Ironman 70.3 Luxembourg: Flos Bericht

Hallo zusammen,

mein Bericht hat leider etwas l├Ąnger gedauert (im Gegensatz zum Kollegen Jannis muss ich ja weiter trainieren und kann nicht die Beine hochlegen… ­čśŤ ), aber hier ist er nun.

Am Sonntag den 18.Juni war die lange Zeit des Wartens und der Vorfreude auf meinen ersten offiziellen Ironman Wettkampf vorbei. Seit Januar bereite ich mich mit einem 31 Wochen Trainingsplan auf mein Saisonhighlight den Ironman in Maastricht vor. Nachdem ich letztes Jahr mein Deb├╝t ├╝ber die Langdistanz feiern durfte (mit 11:40h beim Cologne226), war f├╝r mich relativ schnell klar, dass es auch dieses Jahr wieder lang werden soll. Die Vorbereitung ging dann eigentlich auch ganz gut los, bis mich im M├Ąrz eine sehr hartn├Ąckige Erk├Ąltung f├╝r ca. 3 Wochen au├čer Gefecht gesetzt hat. Nach dieser Zwangspause kam dann im April das Radtrainingslager. Danach ging die Vorbereitung dann eigentlich recht gut weiter, sodass ich mich in den Wochen vor Luxembourg gut vorbereitet und fit f├╝hlte.

Nun war es also so weit. Freitags ging es entspannt los Richtung Remich, auf einen fantastisch gelegenen Campingplatz direkt an der Mosel. Samstag dann Startunterlagen abholen, Rad checken, ein kleiner Anschwitz-Lauf an der Mosel und die Wettkampfbesprechung. Und mein allererster kurzer Ausflug im Neo dieses Jahr (ich wei├č, keine besonders gute Vorbereitung!) Abends noch die ├╝bliche Portion Pasta (in der veganen Version mit Speck statt H├╝hnchen). Die Nacht war dann leider etwas gepr├Ągt von einer Party mit grauenhaften Gesangseinlagen des DJs auf der anderen Seite der Mosel. Aber gut, wer wei├č ob ich vor lauter Aufregung besser geschlafen h├Ątte.

Also dann, Sonntag 5:45 Uhr aufstehen, Fr├╝hst├╝ck irgendwie runter kriegen, diverse Pflegeprodukte auftragen, hektisch ├╝berpr├╝fen ob man auch alles hat und dann auf zum Einschwimmen im ├Ârtlichen Freibad. Danach dann die angereisten Unterst├╝tzer begr├╝├čen und versuchen die Ruhe zu bewahren. ­čÖé

Ab 9:00 erfolgte dann der Start der Profis. Der Rolling-Start der Altersklassen-Athleten dann ab 9:15, sodass es erstmal hie├č Schlange stehen. Ich stelle mich im Bereich meiner Zielzeit von 35-40min auf, eine Zeit die ich glaube an diesem Tag entspannt schwimmen zu k├Ânnen. Ich muss sagen, dass mir der Rolling Start sehr gut gef├Ąllt. Mit 3 anderen Athleten, mit gleicher Zielzeit, geht es ins Wasser. Also weitesgehend frei von Tritten, Schl├Ągen, Gedr├Ąngel. Relativ schnell finde ich an diesem Tag mein Wohlf├╝hltempo und auch die Orientierung f├Ąllt trotz tr├╝bem Wasser nicht schwer. Einzig beim Ausstieg wurde es dann einmal etwas enger und k├Ârperbetont. Als ich aus dem Wasser komme, muss ich erstaunt feststellen, dass ich bereits nach 30:22min aus dem Wasser komme. Bei 1,9km entspr├Ąche das einem Schnitt von 1:34min/100m, was ich unter normalen Umst├Ąnden nicht schwimmen kann ├╝ber diese Distanz (meine Uhr verr├Ąt mir sp├Ąter, dass es wohl nur 1,75km waren). Mit gutem Gef├╝hl und der Hoffnung dass heute einiges geht, laufe ich in die Wechselzone.

Nach einem ungewohnt guten und (f├╝r mich) schnellen Wechsel geht es dann aufs Rad. Die ersten flachen rund 35km kann ich ein gutes und konstantes Tempo knapp unter 35km/h treten. Danach geht es in die Weinberge und es wird deutlich h├╝geliger. Insgesamt gef├Ąllt mir die Strecke extrem gut. Sch├Âne Landschaften, abwechslungsreiche Streckenf├╝hrung und gute Stra├čen, dazu ein paar recht harte Anstiege. Was heute auff├Ąllt, die Kampfrichter interessieren sich nicht wirklich f├╝rs Windschattenfahren. Ich probiere die vorgegebenen Abst├Ąnde einzuhalten, was gerade bergauf nicht m├Âglich ist; muss aber mehrfach feststellen, dass ich von gro├čen Pulks ├╝berholt werde, die gemeinsame Sache machen. Nach 2:53:22h komme ich dann wieder in Remich in der Wechselzone an, mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 31,19km/h bin ich heute ganz zufrieden.

In dem Gef├╝hl mit einem Halbmarathon um 1:30h sehr nah an die 5h-Marke heranr├╝cken zu k├Ânnen, laufe ich in die Wechselzone, creme mich erneut gegen die Sonne ein und beeile mich auf die Laufstrecke zu kommen. Zu Beginn kann ich mich noch mit den Temperaturen arrangieren und laufe mit einer Pace von 4:30min/km los (letztes Jahr konnte ich in der Pace die Indeland Mitteldistanz finishen). Leider merke ich dann sehr schnell, wie sehr mir die Hitze zu schaffen macht und muss nach und nach mein Tempo reduzieren. In der zweiten von vier 5km-Runden habe ich dann pl├Âtzlich das Gef├╝hl, dass garnichts mehr geht. Wahrscheinlich habe ich schon auf dem Rad zu wenig getrunken, denn sehr ausgiebige Getr├Ąnkepausen an den Verpflegunsstellen (alle 2,5km 2 Becher Wasser, 1 Becher ISO, 1 Becher Cola plus Wasser zum Abk├╝hlen und Schw├Ąmme) f├╝hren dazu, dass ich mich wieder fange und in 5:30er Pace zuende laufe. Insgesamt muss ich sagen, war der Lauf eine einzige Qual. Die mehr als 30 Grad machen mir wirklich zu schaffen und ich warte direkt nach jeder Verpflegungsstelle nur darauf zur n├Ąchsten Verpflegung zu kommen. Und die anwesenden Unterst├╝tzer zu sehen. Immer wieder beeindruckend wie gut man sich f├╝hlt wenn man bekannte Gesichter sieht und wie sehr einem diese Unterst├╝tzung weiter hilft. Danke daf├╝r!

Nach dem Halbmarathon in 1:53:24h bin ich dann nach 5:24:44h l├Ąchelnd im Ziel. 

Auch wenn das ein wirklich harter Tag beim Laufen war, bin ich ├╝bergl├╝cklich und durchaus nicht unzufrieden. Auf der Laufstrecke h├Ątte ich mir wohl etwas anderes vorgestellt, aber unter den Umst├Ąnden war hier nicht mehr zu holen.

Jetzt hei├čt es noch 4 Wochen der Form den Feinschliff verpassen und dann 2 Wochen bis zum vollen Ironman in Maastricht zu tapern. Ich bin motiviert und hoffe in Maastricht dann meine Ziele erreichen zu k├Ânnen.

Wie Jannis es bereits schrieb: Der Dank heute geb├╝hrt allen die vor Ort dabei waren, uns angefeuert, unterst├╝tzt, begrillt, Mut gemacht haben. Einen Riesendank auch an alle Spender, die uns helfen aus dem Ganzen hier was richtig Gutes zu machen. Unglaublich wie sehr uns dieses Projekt auch im Training motiviert! Danke!
Und auch hier kann Jannis nur zustimmen: Danke “an unsere Liebsten, dass ihr uns diesen Sport so leben lasst!”… Luusje. <3

Liebe Gr├╝├če,
Flo

P.S.:

Zum Gl├╝ck ist Jannis so klug und hat mir vorher gezeigt, wie man das Trikot richtig rum anzieht. Er ist echt ein klasse Typ!

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